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Sonntag

geglättete Wogen

Nach einer Nacht Schlaf sieht ja bekanntlich immer alles ganz anders aus, eine Regel, die sich auch bei uns glücklicherweise bewahrheitet hat. Gestern Morgen begrüßt uns die Bucht von Ushuaia mit Windstille, spiegelglattes Wasser. Das passt schon mal, und da wir eh so früh auf sind, holt Micha mit den Kindern Brot und Croissants. Wer weiß, was der Tag noch so bringt. Kurz bevor sie wiederkommen nimmt Hector mit der Tres Marias Kurs auf das Heck der Lady. Was will der denn jetzt? Uns rammen? Rumms macht es da schon und Hector fährt uns ne Ecke Lack ab. Achselzuckend streckt er den Kopf aus dem Führerhaus, Rückwärtsgang funktioniert nicht. Beim zweiten Anlauf stehe ich bereit und nehme Leinen an. Geht doch. Kann man doch vorher Bescheid sagen… Ich schlucke meinen Ärger herunter und stelle mich artig vor. Es stellt sich heraus, dass sich das Dinghi wiedereingefunden hat, war, wie wir gedacht hatten an der Pier der Großschiffahrt hinter einem Fischerboot versteckt, Motor läuft, Schlauchboot scheint auch noch dicht zu sein. Das ist doch schon mal was. Mittlerweile ist auch Micha mit den Brötchen wiedereingetroffen, Hector steigt in seinen Neopren, der noch aus den Zeiten Cousteaus zu stammen scheint, und taucht ab. In wenigen Minuten hat er den Tampen von der Schraube abgewickelt und wir sind frei. Es stellt sich heraus, dass die Schlaufe, an der Mouringboje und Dinghi hingen, an der größten Belastungsstelle kaputt ist, der Tampen genau gerade durchgeschnitten/gerissen, wie mit dem Messer. Etwas ratlos sitzen wir alle im Cockpit und rätseln, wie das passieren konnte. Uns fällt beim besten Willen kein Mechanismus ein, wie die Lady diesen Schaden hätte verursachen können. Auch Hector zuckt etwas ratlos mit den Schultern, möchte uns weiterhin gerne als die Verursacher ansehen, aber da kein großer Schaden entstanden ist und er mittlerweile gemerkt hat, dass wir doch eigentlich ganz nett sind und uns sicher nicht Hals über Kopf aus dem Staub gemacht hätten, scheint er auch wenig Lust auf einen großen Aufstand zu verspüren. Unseren angebotenen Friedenskaffe nimmt er jedenfalls an.

Hector fährt im Neopren Richtung Club, wir ziehen die Leine zur Mouring dicht und starten den Motor, Rückwärtsgang, Vorwärtsgang, Luftanhalten, Ausatmen, Glück gehabt, alles funktioniert einwandfrei, kein Getriebeschaden. Uns fällt ein Stein vom Herzen, nicht auszudenken, mit welchen Problemen ein Getriebeschaden hier in der Stadt am Ende der Welt verbunden gewesen wäre.

Der Rest des Tages vergeht mit Aufräumarbeiten und der Wiederbelebung unseres Windgenerators, damit der Wind wenigstens für etwas gut ist. Ruhe kehrt auf der Lady ein und so schnell wie das Chaos kam, ist es wieder vergessen.

Abends sind wir eingeladen, unser Freund Jens, der Gott und die Welt kennt, hat dafür gesorgt, dass wir hier in Ushuaia willkommen geheißen werden. Sein Freund Herbert verbringt aus geschäftlichen Gründen einen Großteil seiner Zeit hier unten zwischen Rio Grande und Ushuaia und so verbringen wir einen interessanten Abend mit ihm und seiner Frau Isabel bei Merluza und Malbec.

Heute morgen beim Frühstück beschäftigen uns schon wieder die Ausklarierungsgedanken, während einer kurzen Stippvisite am Steg füllen wir unsere Wassertanks und gönnen dem Deck und dem Cockpit eine ausgiebige Süßwasserdusche, die dringend notwendig war. Hackfleisch kocht währenddessen im Druckkochtopf als Vorbereitung für die lange Fahrt durch die chilenischen Kanäle ein. Mittwoch oder Donnerstag soll es weitergehen nach Puerto Williams.




  • 12:33:00
  • 22.01.2012
  • 54°48.6849S, 068°18.5533W
  • -°/-kn
  • Ushuaia / Feuerland / Argentina
  • Puerto Williams / Chile
  • 16°/1001hpa
  • 10kn/W
  • -m

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