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Regen

und immer noch kein Wind

00:39 Es tröpfelt vom Himmel, der erste Niederschlag seit Mar del Plata, den wir haben, soll ruhig mal was runterkommen, das eingesalzene Deck könnte es gebrauchen. Wind ist immer noch keiner da, im Gegenteil, die Regentropfen nehmen auch noch das bisschen Brise aus der Luft, was da war und ich habe den Motor wieder angemacht. Bevor der Wind morgen früh aus Südwest dreht, wollen wir so viel wie möglich Süd gemacht haben, um dann den Wind aus einer günstigeren Richtung zu haben. Strömung scheint aber wieder gegen uns zu sein, über fünf Knoten kommen wir nicht. Das ist eben der Nachteil an dem küstennahen Segeln.




endlich Wind

Sonnenaufgang

06:45 Schon in der Morgendämmerung konnte Johann wohlverdient Pause machen, und seit einer halben Stunden haben wir richtig schönen Segelwind, die weißen Schaumkrönchen leuchten im Licht der aufgehenden Sonne und die Lady produziert endlich wieder ein veritables Kielwasser. „Huhuhuhu“, singt sie mit ihrem Mast im achterlichen Wind. Schön ist das, und ich bin froh, die Fischkocherei gestern erledigt zu haben, heute wird eher festhalten angesagt sein. ;-)




Thunfischschnitte gefällig?

Zum Frühstück? Warum nicht.

10:56 Was heißt: WYSIWYG? Das sind Wetterprognosen im Südatlantik. Wir haben hier vollkommen das Vertrauen in 72 Std. Grib Files verloren. Das Problem ist, dass das Wetter schneller als die Prognosen. Hier segelt man in einen abflauenden Südwest los um sein Ziel zu erreichen, in der Hoffnung genug Zeit zwischen des Systemen zu haben. Hier segelt mal mit großen Booten und viel Crew direkten Kurs und schleicht mit kleinem Boot und wenig Crew an der Küste. Das aktuelle Wetter bekommt man wenn man rausschaut und die 24 Stunden Vorhersage indem man auf das Barometer schaut. Die Prefectura Naval, Dein Freund und Helfer, auch wenn es doof klingen mag ist 24 Stunden da auf VHF und HF. Die sprechen halt Spanisch und wenn man das nicht wenigstens versucht zu sprechen, dann sollte man besser nicht nach Südamerika fahren. Oder Non Stop mit 1.000 Liter Diesel, mit Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner, (Wie? Die Dame des Hauses wollte trotzdem nicht mit auf große Tour gehen?), mit Fleet und mit allem was man ausrüstungstechnisch nur so erwerben kann und dann so möglich wie wenig anhalten. Die von der Prefectura, die wissen auch wie das Wetter morgen ist und wenn man die nach Übermorgen fragt, dann zucken die mit den Schultern. „Windig aus West“. Genau. So ist es eben meist. Unser Starkwind ist auch wieder weg. Aus 38 Knoten sind 20 in der Vorhersage geworden und wenn wir da sind ist er umlaufend. Das Tief hat sich gefüllt. Das ist mir aber auch egal. Da ess ich mir schnell noch mal 300g Thunfisch zum Frühstück, damit ich schnell wieder angeln darf. Doch davon bin ich noch weit entfernt. Maya macht jetzt mit meiner Hilfe die Logbucheinträge im Papierbuch und Nathalie ist auch mal aufgestanden. Guten Morgen mein Schatz. Vorsicht: Ein Wnuk!




Starkwind ist da.

Wir passieren den Eingang der Magellanstrasse und erreichen Feuerland.

20:38 Nach vielen Versuchen hat uns dann der SW doch erreicht. Die Front fällt mit 999hpa und 35 Knoten über uns her, in Böen weit mehr. Aber wir haben ja bewusst kein Windmesser. Auf jeden Fall sportliche Angelegenheit. Die LADY nimmt es relativ gelassen und wackelt mächtig mit der Mastspitze. Wir halten unseren Kurs am Wind, die Segel werden kleiner und kleiner. Der Himmel ist ein Schauspiel sonders gleichen. Da steht jetzt eine schwarze Wand an Steuerbord. Was soll das sein? So was kenne ich noch nicht. Regen? Nochmal so viel Wind? Grade hat sich der Wind auf 25 Knoten abreagiert. Ich soll das nicht immer schreiben, sagt Nathalie, aber meine Frauen schlafen friedlich. Würde sich so anhören, als wenn Nathalie immer schläft. Na ja, wenn ich schreibe schläft sie halt meist. Also, Nathalie schläft nicht immer.

Das mit der Nähe zum Land hat voll geklappt. Die See ist relativ ruhig. Auf jeden Fall keine 8-10 Meter brechende Seen, wie draußen auf dem offenen Meer, die mir ja schon mal das Fürchten lehrten. Jetzt grade ist es etwas mehr, weil wir die Einfahrt zum Magellan Channel querabhaben. Da rollt natürlich ordentlich was raus. Hmm. Schwarz umkreist uns jetzt. Ich muss mal raus, bereit zum Reffen. Alles in Butter auf’m Kutter.




Die Front ist durch.

Feuerland querab.

23:32 Die Front ist anscheinend durchgezogen, der Wind etwas abgeschwächt und mit ca. 20 Knoten aus Südwest stabil. Sportliches Segeln bedeutet das allemal, denn die Lady liegt ordentlich schräg in der Kurve. Wir sind vor allem stolz auf unsere Kinder, dass sie diesen Trip so heiter und gelassen mitmachen. Keiner war seekrank, keiner hat gespuckt und heute mitten in der Wind-, kein Wind-Waschmaschine haben sie Putzteufel gespielt und im Gewackel den Boden gewischt und Staub geputzt.

Selbst Schule ist bis zu einem gewisse Maße möglich, natürlich nicht nach Lehrplan, Maya liest eine Geschichte nach der anderen vor, wir üben Kopfrechnen oder versuchen das Prinzip Breiten- und Längengerade zu erklären. Wir sind zwischendurch alle auch mal kräftig genervt voneinander, vor allem, wenn die Energiekurven auseinandergehen, aber alles in allem können wir wirklich zufrieden sein. Die Vorpiek haben wir zur allgemeinen Tobezone ernannt. Wenn der Bedarf nach geschwisterlichem Rumalbern, Raufen und Quietschen unsere Toleranzgrenze überschreitet, verziehen sie sich in die Vor Piek, da werden die Geräusche vom Krachen der Lady in den Bug übertönt und auch die beiden haben mal ihre Ruhe vor den nervigen Eltern.




  • 23:32:00
  • 04.01.2012
  • 52°36.0673S, 067°25.9438'W
  • 145°/5,2kn
  • South Atlantic / Argentina
  • Islas Estados / Argentina
  • 17°/1001hpa
  • 20 kn/SW
  • 2 m

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