• Laluelala
  • Landfall
  • PERFORMANCE S…
  • Spiel mir das…
  • Wind und StrĂ…
  • Dentist Stree…
Videos
  • Tortillaschl…
  • Mingulas
 

Fischverbot!

>25kg Tunfisch an der Angel – Gamefishing live.

00:10 Mir zittern jetzt noch die Arme. Eigentlich wollte ich nur gegen Sonnenuntergang die Leine reinholen. Nathalie hat mir vorgestern mein nachträgliches Geburtstagsgeschenk aus der Stadt mitgebracht. Einen neuen Gamefishing Angelstock. Der alte hat seinen Dienst getan, die Rolle ist noch gut. Heute Mittag habe ich dann angefangen meine verschiedenen Köder auszuprobieren. Ohne Erfolg. Es gab Kartoffel Gratian mit Salat. Is ja auch lecker. Gut 10 Stunden mussten wir motoren bis wir endlich wieder Wind bekommen haben. Mittelmeersegeln. Als ich angefangen habe die Leine einzurollen gab es einen Ruck, die Angel biegt sich und mit einem laute „Wiiiiiii“ reißt es mir fast die Rute aus der Hand. Die gebremste Trommel leerte sich zunehmend auf ca. 80 Meter, dann kann ich mit der Bremse vorsichtig und langsam Herr der Situation werden. Im ersten Moment war ich mir sicher, dass sich mein Köder in einem der vorbeischwimmenden Kelbteppichen verfangen hatte, aber dann begann der Kampf. Die Leine spannte sich zum Zerreißen und der Ton beim Anschlagen der Saite war hoch, hoch, hoch. „Nathalie!“, brüllte ich in den Niedergang. „Ich brauche Deine Hilfe.“ Die Sonne verschwindet grade am Horizont. Na prima. Es ist mir erst einmal nicht möglich auch nur einen Meter Leine gut zu machen. Immer wieder rauschten einige Meter Leine durch. „Lass uns das Segel wegnehmen. Bei 4 Knoten Fahrt hast Du keine Chance.“, Nathalie refft und ich halte die Angel fest. Als das Segel weg ist kann ich Meter für Meter gegen das Monster gewinnen. Pures Gamefishing. “Da ist bestimmt ein Hai dran.” Egal, ich will das Monster wenigstens einmal sehen. Dreißig Minuten biegt sich die Rute mit 90°, dann tauchte der Fisch im Kielwasser auf. Kein Hai. „Das ist ein Tuna!“ Als geübtes Team holen wir den Fisch längsseits. Nathalie haut ihm das Gaff in den Bauch und mit einem Mal liegt das Monster in der Relingskante. „Wow! What a fish!“ Unser Waage geht nur bis 25kg und steht am Anschlag als ich den Fisch daran hochziehe. Es wird zunehmend dunkler und ich schneide geübt die Filets vom noch zuckenden Gerippe. Gut das die Kinder schlafen. An Deck sieht es aus wie im Schlachthof. Der große Eimer ist gefüllt mit 14kg bestes weißes Thunfisch fleisch. Der Kühlschrank ist voll und wir sitzen glücklich im Cockpit. Fischverbot – war klar. Mist. Immer, wenn es am schönsten ist. Wer soll das alles essen? Keine Ahnung. Glückwünsche zum gelungenen Anfischen des Jahres 2012 werden im Gästebuch entgegen genommen. Micha lacht. Noch. Für Donnerstag ist Starkwind aus SSW angesagt. „Kacke verdammte Alte.“




Keep Going South!

50° Süd erreicht.

11:11 Warum wir dem Küstenverlauf in einem Abstand von 30 Meilen folgen? Das hat einen ganz einfachen Sinn. Ab 50 Grad Süd erreichen wir die Westwindzone. Um so näher wir an der Küste sind, um so weniger See kann sich aufbauen. Wenn man von Starkwind auf dem direkten Kurs getroffen wird, kann das unangenehm hohe Wellen bedeuten. Diese Option ist zwar einen Tag schneller, aber wir stehen eher auf die kinderfreundliche Variante. Und Starkwind gibt es ab Donnerstag, wenn man den Gribs traut.

Der Wind hat vor einer Stunde schlagartig auf SSW gedreht mit 5-10 Knoten. Nathalie nutz das folgliche Motoren um Thunfisch in Gläser einzukochen, ich um die Batterien zu laden und das Deck von der gestrigen Schlachterei endgültig zu reinigen. Aufkreuzen bringt hier gar nicht, weil wir etwa einen Knoten Gegenströmung haben. Nicht die LADY, nicht wir, haben Lust darauf. Die Südwestwinde werden wir wohl endgültig in 24 Stunden erreichen. Das Leben an Bord hat sich eingewackelt. Maya und Lena sind voll adaptiert. Jeden Tag passiert was, sie machen selbständig Schule, es wird gespielt und viel geschlafen. Wir sitzen am Bug der LADY, schauen den Delfinen und den Wellen zu, essen aus Schüsseln oder von Tellern auf der Hand im Cockpit. Der große Salontisch ist wieder heruntergelassen und auf der Familienspielwiese passiert der Alltag auf See. Vorder- und Achterkoje werden überhaupt nicht genutzt. Brauchen wir wirklich ein größeres Boot? Ich glaube in dem Alter der Kinder nicht.




Kochorgie

Will jemand noch fangfrischen Fisch?

16:15 Die Einmachorgie nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende, ca. 5 kg Fischfilets sind in Öl in Marmeladengläsern, von denen wir Gotts sei Dank noch genug an Bord hatten, eingekocht. Eine echte Fischschlacht. Nebenbei haben wir sicher 1 kg als marinierte Thunfischsteaks zum Mittagessen verdrückt, weitere 2 kg in Marinade für die nächsten Tage eingelegt, der Rest liegt in Ziplock ganz unten im Kühlschrank an den Kühlelementen und wird so semitiefgefroren, damit er möglichst lange hält. Auf dem Speiseplan für die nächsten Tage steht noch Sushi, Poisson Cru, die Delikatesse aus Polynesien und natürlich Carpachio…. Mmmmmhhhh….

Ich bin wirklich nicht traurig über die Flaute, das ganze Procedere mit ordentlich Schräglage oder raumschots in der Waschmaschine bringt nur bedingt Spaß.




Motor aus

Der letzte Schlag bis zu den Islas Estados beginnt

20:25 Noch dümpeln wir mit 3,5 Knoten Richtung Magelanstraße gegen den Strom. Der Wind kommt langsam aus Nord, wird West drehen und stärker werden. Die Strömung sollte in einer Stunde auf SE gehen und uns mitnehmen. Ab Magelanstraße wird es dann wohl ordentlich pusten, wir sind guter Dinge, segeln dann knapp unter Land mit Halbwind und 30 Knoten mit wenig Welle. Das kann die Lady. So weit die Theorie, über die Praxis werden wir dann in 48 Stunden Bescheid wissen. Häfen, die wir anlaufen könnten gibt es keiner mehr. Erst auf der Isla de Estados werden wir unseren Anker wieder fallen lassen.

Meine Frauen liegen alle in der Koje, alle auĂźer Maya schlafen. Sie guckt mir zu wie ich meine Navigation mache. Sagen tut sie nichts. Ich auch nicht. Na, man muss ja auch nicht immer reden. Es wird die dritte Nacht auf See werden. Vorgeschlafen habe ich am Nachmittag, dass sollte auch passen. Also, alles ist gut. 294 Meilen to go.




  • 20:23:00
  • 03.01.2012
  • 50°43.5396'S, 067°55.6592'W
  • 196°/3,5kn
  • South Atlantic / Argentina
  • Islas Estados / Argentina
  • 18°/1008hp
  • 8 kn/N
  • 1m

LOGBUCH ARCHIV

January 2012
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
« Dec   Feb »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Normale Einträge sind rot
Videoeinträge gelb
Beide Bücher erhaltet Ihr von uns mit Widmung & Signierung. Einfach eine mail schicken.

Der Trailer zum Buch

Mit dieser Website wollen wir Dir, liebe Leserin, lieber Leser, die Welt und unsere Reise ein Stück näher bringen. Deine Spende hilft uns, das weiterhin zu tun.