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Islas Pinguin achterlich querab

Erste Hundewache

Der Wind ist fast weg. Die Genua rappelt bei raumen Wind. Nathalie hat mich erbarmungslos aus der Koje geholt. Schlaf. Jeder giert um jede halbe Stunde. Der Wind dreht entgegen dem Uhrzeigerwind, brav wie wir es jetzt ja nun schon kennen. Die Kälte steigt vom Boden in die Beine. Es ist diesig, feucht. „Tür zu.“

Noch halb im Traum, irgendwo im Pazifik war ich, klemme ich mich am Kartentisch fest und warte ab, dass es wieder ein bisschen mehr Wind wird. Die LADY zieht an ihren Schoten, rappelt und irgendein Strom zieht uns mit auf seine Reise in den Süden. Ich bin wieder drin, habe meine Seebeine, mein Segel-Rhythmus, freue mich auf das Dämmerlicht, was in 45 Minuten am Horizont erscheinen wird.

Gestern Abend habe ich der NEMO OF SWEDEN noch das Pactorgold geschenkt. Zu viele Hände hatten sich an der Installation versucht und nur noch mit der händischer Entfernung der Einstellungen und Dateien aus allen hidden folders und anschließender Neuinstallation war die Lage zu korrigieren. Jetzt sind Andreas und Martin bereit für ihr Ziel, die Antarktis. Mutig, nicht? Dieser weiße Fleck auf der Karte unter dem Kap Hoorn. „Aber noch kälter“, sage ich, noch viel kälter als Schweden. Da sitze ich mit meiner randlosen Lesebrille von Rossmann, für zwei Euro neunundzwanzig, ohne die ich nicht mehr lesen kann. Alt ist er geworden, der Wnuk. Wenn wir unser Buch den Locals zeigen, mit den schönen Bildern aus jungen Jahren, kommt immer öfters der Satz: „Oh, da wart ihr aber noch jung!“ Jetzt sind es Maya und Lena, die jung sind und wir haben die Freude daran zuzusehen, wie es jeden Tag mehr und mehr Menschen werden, mit eigenen Wünschen und Träumen zum Leben und jedem Tag hunderten von Fragen. So ist das, liegt in der Natur. Es ist so schön, so viel Zeit füreinander zu haben. Hat sich die Natur ja eigentlich auch so gedacht. Unsere Kinder brauchen eins, unsere Zeit.

Vor mich hinphilosophierend segeln wir langsam die Küste von Patagonien runter, Erinnerungen in der Nacht, Erlebnisse am Tag bestimmen unser Bewusstsein. San Francisco de Paula, heißt unser Ziel. Wieder ein Leuchfeuer, das, wenn wir es sehen, das Zeichen sein wird, den Kurs aufzunehmen zur Le Maire Street, die Passage zwischen Feuerland und den Islas Estados. Ziele setzen, Ziele erreichen.




morgendlicher Besuch

Commerson Delfine

06:31Die See ist weiterhin ruhig, die Lady zieht mit 4 Knoten gemächlich durchs Wasser, da kann ich auch schon die Wachen der ersten Nacht lesend verbringen. Nachdem ich alle Ankerplätze der Islas Estados auswendig gelernt habe, hole ich mir ein Stück Brot aus dem Küchenschapp und entdecke beim Blick aus dem Fenster einen Delfin. Schnell raus und keine Minute später sind es vier schwarz-weiße Delfine, die mit der Lady in der aufgehenden Sonne spielen. Hin und hergerissen überlege ich, ob ich die Mannschaft wecken soll und entscheide mich für Ja. Doch nur Maya sitzt bei meinem Ruf kerzengerade im Bett, der Rest entscheidet sich für Weiterschlafen. Soll uns recht sein und so sitzen wir eng aneinander gekuschelt zu zweit im Cockpit und beobachten die Tiere, die noch sicher 10 Minuten unsere Begleiter sind. .

Jetzt zieht der Früchtetee gegen die Kälte, Maya hat beschlossen mit Wache zu halten, anstatt wieder ins Bett zu verschwinden.




MS Iron Lady

Bleierne See

17:01 Am frühen Vormittag hat uns immerhin noch eine leichte Brise begleitet, aber nachdem wir uns nur noch mit 2 Knoten Richtung Süd bewegt haben, musste Johann ran. Kein Revier, in dem man jede Flaute aussitzt. Zum Dank blieb der Wind völlig weg, bleierne See. Die Kinder stört es am allerwenigsten, keiner ist seekrank, sie können lesen, Mails an ihre Freundinnen schreiben, malen, sogar die obligatorische Ipad-Stunde ist möglich, was will man mehr. Die Sonne scheint, es ist immerhin einigermaßen warm und regelmäßig werden wir besucht. Mal streckt ein Seelöwe den Kopf aus dem Wasser, ein Albatros paddelt gelangweilt neben uns her, zwischendurch kommen drei weitere Australdelfine zum Spielen vorbei und das Highlight des Tages: ein kleiner Singvogel. Der sitzt plötzlich, 80 km vom Festland entfernt, aufgeplustert auf der Reling und guckt neidisch auf unsere Reiswaffeln. Schnell basteln wir eine Vogelraststätte aus Eierbecher mit Wasser und ein paar Brotkrümelchen, doch leider war es nicht das Gefragte. Nach einer halben Stunde Rast verschwindet er so schnell und unbemerkt, wie er gekommen ist.




  • 17:01:00
  • 02.01.2012
  • 49°01.4700'S, 066°16.1724'W
  • 196°/5,6kn
  • South Atlantic / Argentina
  • Islas Estados / Argentina
  • 17°/1012hp
  • 5 kn/SE
  • 1m

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