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Chill in the Drakensberge

Das Leben ist wie ein langer Fluss, der immer zum Meer führt

So viel Liebe wie uns unsere Töchter geben, können wir uns selber wohl niemals zuwenden. Wie auch. Und auch das wir als Familie einige Monate lang getrennt waren hat diesem kein Abbruch getan. Kinder sind ehrlicher als Erwachsene. Manchmal tut das richtig weh, manchmal ist es wunderschön. Kinder sind wie in junger Fluss, kurz hinter seiner Erstehung: Klar, lebhaft, ungestüm, gierig die Welt zu erleben. Sie verstecken sich noch nicht hinter Kostümen, Schutzhüllen, die sich die Menschen im Laufe ihres Lebens zulegen um sich gegen Enttäuschungen zu schützen. Kinder weinen das weg, kurz und effektiv und um die Ecke geht der Fluss um einen Wasserfall herunterzufallen oder sich mit einem anderen Fluss zu vereinen. Ich könnte stundenlang am Ufer sitzen und diesem jungen Fluss zusehen. Michael.

Heute Nacht hat es Maya erwischt, King Shakas Rache mit allem, was dazu gehört. Gott sei Dank sind unsere Kinder etwas widerstandfähiger als wir, so dass sie morgens um 7 wieder topfit im Bett herumturnte und den Rest der Familie, der erschlagen von der nächtlichen Aktivität im Bett lag, zum Aufstehen animierte.

Morgendlicher Sonnenschein, da müssen wir wohl los. Der nächste Trail ruft, irgendwo von der Sani Pass Road, der Strasse, die sich in endlosen Serpentinen den Berg hochschlängelt, soll ein Wanderweg abgehen, der sich vom Schwierigkeitsgrad her machbar anhört. Hinter der Brücke über einen unaussprechlichen Fluss direkt gegenüber des Golfplatzes eines Hotels soll der Parkplatz und Beginn der Trails liegen. Doch leider sind genau hier roadworks im Gange, der Straßenverlauf geändert, ein Parkplatz nicht in Sicht. Einen Kilometer weiter befindet sich ein kleiner Parkplatz, an dem sich die Lokals treffen, die den Sani Pass rauf Richtung Lesotho fahren. Sehr hilfsbreit sind alle, starren auf meine Karte, nicken eifrig und versuchen mich weiter den Berg hoch zu lotsen. Hm, aber das kann es nicht sein. Also retour. Am Hotel versuche ich wieder Auskunft zu bekommen, werde von der Pforte per Telefon mit dem Rezeptionisten verbunden, der sofort anbietet, mir mit Kartenmaterial und Broschüren zu helfen. Allerdings muss ich Eintritt für das Hotelgelände bezahlen, um bis zur Rezeption vorzudringen. Was für ein Witz. Erneute Kehrtwende. Kurz vor der Brücke befindet sich ein kleiner Seitenweg, für Unbefugte verboten, da wir uns nichts als unbefugt empfinden, schlagen wir kurzer Hand diesen Weg ein und fahren bis zu einem Gelände, in dem wohl die Straßenplaner ihre Autos lassen und Baumaterial aufbewahrt wird, alles bewacht von einem netten schwarzen Security Angestellten. Der weiß sofort, welchen Pfad wir meinen, lässt uns den Wagen auf dem Besucherparkplatz abstellen und erteilt uns die Erlaubnis über die noch nicht freigegeben Brücke zu marschieren, um den Anfang des Weges zu erreichen. Geschafft.

Rucksack auf den Rücken und los. Man merkt, dass die Pfade nur selten benutzt werden, auch dieser hier ist mit Grass bewachsen und durch die ständigen Regenfälle oft schlammig und nass. Wenig später stehen wir an einem Fluss, im Winter oder trockenen Sommern stellt die Überquerung wohl kein Problem dar, doch uns erwartet ein acht Meter breites Flüsschen mit Stromschnellen. Sämtliche Felsen liegen unter Wasser, keine Chance trockenen Fußes ans andere Ufer zu kommen. Also Schuhe aus, Hosen aus, Micha macht die Vorhut. Mit Hilfe von selbstgemachten Wanderstöcken kommt man ganz gut ans andere Ufer, wenn man größer als 1,50m ist. Sind wir beide, und die Kinder dürfen auf Papas Schultern ans andere Ufer reisen. Lena findet es großartig, sitzt quietschfidel als erste auf der anderen Seite des Flusses und lacht sich scheckig, dass Mama und Papa nasse Füße kriegen.

Auf der anderen Seite geht der Pfad weiter, doch keine 10 Minuten später stehen wir wieder am Fluss. Noch 4mal müssten wir dieses Spielchen auf uns nehmen. Maya streikt, zu ungeheuer sind ihr die Stromschnellen und das Rauschen des Flusses. Wenn man nicht mehr weiter kommt, ist Picknick angesagt, wir erklären den aktuellen Ort als unser heutiges Wanderziel und hörbare Erleichterung macht sich bei Maya breit. Was will man auch mehr. Um uns rum nur Wiese, Fluss, die Silhouette der Drakensberge, Wald am anderen Ufer, keine Strasse, keine Menschen. Die Mädels üben sich in der Benutzung unserer Nikon, wobei sie sichtlich Schwierigkeiten haben, ob des Gewichtes der Kamera nicht vornüber zu kippen.

Der Rückweg fällt wie immer leichter, die Sonne bleibt uns treu und so klingt der Tag mal wieder am Pool aus. Morgen steht Reiten auf dem Plan. Wir sind gespannt. Nathalie.




  • 22:30:00
  • 15.01.2011
  • 29°53.0140'S, 029°34.8300'E
  • -°/kn
  • Underberg / South Africa
  • Durban / South Africa
  • 24°/-hpa Rain
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