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Zuhause?

17:39 Nach ueber vier Jahren frage ich mich ja oft wo eigentlich mein Zuhause ist. Aendert sich ja regelmaessig. Als Kumai dann um die Ecke lugte, hab ich schon so ein Gefuehl, wie Zuhause gehabt. Komisch irgendwie, wie schnell einem so ein Ort ans Herz wachsen kann. Doch es bleibt auch oberflaechlich.

Heute Morgen habe ich und mein Ego dann doch echt ein tiefes Down gehabt. Hysterische Wut- und Heul- und Rumtrommelanfaelle gehabt, total ueberdreht, aber dann war es einfach mal raus und mir ging es wieder besser. Bin halt kein Verlierertyp oder wie soll ich das beschreiben? Dann frage ich mich immer wieder, ob ich solche negativen Erlebnisse eigentlich im Logbuch so oeffentlich festhalten soll, genauso wie meine eigenen Fehler am Motor, an Arbeiten, beim Segeln, macht man ja eigentlich nicht. Und die Nachteile der Lady, die Problemchen darzustellen, wer macht das schon auf seinen Internetseiten. Ach, eigentlich weiss ich es ja gar nicht, weil ich die anderen Seiten ja nicht lesen kann ohne Internetanschluss. Die Besserwisser gibt es ja immer, die freuen sich dann bestimmt immer ihre Schadenfroheit geniessen zu koennen. So hat halt jeder was. Halten wir es weiter so. Schad ja nix. Das Leben auf’m Boot ist halt nicht so wie man sich das vorstellt, bevor man losfaehrt. Genug philosophiert.

Hier werde ich freundlich empfangen. Das mit den Papieren ist natuerlich ein Problem. Agent Harry ist der Einzige, der mit seinen Beziehungen und dem Wissen, wen man, wie schmieren kann, aber Harry taucht nicht auf. Spaeter vielleicht. Einfach illegal hier rumlungern will ich nicht, gibt auch sonst nur Aerger. Warten wir einfach mal ab. Das mit dem Drucklager scheint nicht so ein grosses Problem zu sein. Natale kann Ersatz aus Deutschland mitbringen, aber es gibt auch einen pfiffigen Chinesenmechanikermeister, der das im Notfall nachbaut oder bestehendes modifiziert. Mit so was haben wir ja beste Erfahrungen gemacht, also muss das Lager morgen mal raus, dass muss es ja eh. Nur nen ungutes Gefuehl hab ich, weil wir dann ja manoevrierunfaehig sind. Kopfueber werde ich dann wohl in der Bilge haengen. Mache ich doch gerne so was.

Ja. Mit Mikel werde ich um 20:00 Uhr mal funken. Heute Morgen stand er 30 Meilen vor dem Wendepunkt in die Karimatan Strasse. Ob er das geschafft hat? Von Poldy und aus meinen Buechern geht hervor, 2-3 Meter See, bis 20 Knoten Wind aus NW und vor allen Digen zu dieser Jahreszeit 2 Knoten Gegenstroemung auf 30 Meter tiefem Wasser. Ach, eigentlich bin ich ganz froh erst mal hier zu sein. Mikel ist hart im nehmen, der macht das bestimmt. Nicht so nen Weichei, wie Ich. :-) War jetzt Spass.

Hier in Kumai bin ich nicht der Einzige, der auf besseres Wetter wartet. Einige indonesische Cargoschiffe, diese typischen Frachter mit den hohen Nasen, warten auch, sind zurueckgekommen wegen Scheiss Wetter in der Java Sea. Kleiner Trost.

06:16 Noch 12 Meilen bis Flussmuendung. Anker schmeissen und erst mal wieder Yoga. Mein Ruecken meckert gerade. Der Wind dreht auf Nord, also von Vorne mit 20 Knoten. Lokaler Landwind, MichaaergereDichwind… Irgendwie so etwas. Grau ist es draussen, gar nicht ansprechend, Schwarze Regenbaenke am Horizont erinnern mich an die Nacht. Horror. Die Welle steht immer noch. Armer Miki, der brettert immer noch gegenan…

Natuerlich fuehle ich mich schlecht. Haette nie gedacht das mir die Java Sea so zu schaffen macht. Gemeines, hinterlistiges Stueck. Ja und mit dem Lager, wusste ich schon vorher, eigene Schuld, haette ich schon in Bali machen koennen. Wenn das Woertchen Wenn nicht waere…




  • 06:16
  • 07.01.2005
  • 03°09.87S, 111°36.47E
  • Kumai Bay/Kalimantan/Indonesien
  • Kumai
  • 28,4°C
  • 4-5 N
  • 2,5

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