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Entscheidungen

21:43 Nach zwei Stunden Schlaf keine weitere Verbesserung des Wetters, besser gesagt der Welle. Der Wind hat nachgelassen auf 10-15 Knoten und steht jetzt gegen 2 Knoten Stroemung aus N. Es ist ablaufendes Wasser. Die See kocht, wir mitten drin. Mir raucht der Kopf natuerlich was ich machen soll. Ein Versuch, am Abend gegen diese Welle und Wind anzumotoren scheiterte klaeglich, vor allen Dingen an den Geraeuschen des Wellendrucklagers. Das meint gerade 20 Jahre sind genug und kreischt wie kaputte Lager das halt so tun. Bei normaler Fahrt faellt das nicht weiter auf, sobald die Lady in Schwung ist gehen die Geraeusche weg, aber so gegen die 3 Meter Welle, das geht nicht mehr. Habe halt auch Angst, dass mir das gluehendrot heisslaeuft und zusammenbackt, dann habe ich erst Recht ein Problemchen. Problemchen?

So weit so gut, zumindest haben die zwei Stunden Schlaf meinen Kopf wieder denkfaehig gemacht. Kurs Bali? Zurueck, 500 Meilen? Ach ne, dass waere doch wirklich zu viel. Das ist aber genau da wo wir hingetrieben sind. Auf der anderen Backe geht es wieder nach Kumai. Gedacht getan, ja das geht, jetzt treiben, segeln wir wieder nach Kumai, allerdings so langsam, dass wir bei Wetteraenderung den Kurs West wieder aufnehmen koennen. Bleibt das Wetter so, geht es morgen frueh wieder mit Segel und auflaufendem Wasser erst mal in die Flussmuendung.

Im Moment erst mal spielen wir Plastik(Blech)ente und die Welle gegen Strom wirft uns hin und her. Ich darf gar nicht dran denken, dass Mikel immer noch gegenanbrettert. Er hat es sich in den Kopf gesetzt nicht nocheinmal vor dem Weg um die Ecke aufzugeben. Um 00:00 funken wir, dann weiss ich mehr.

19:46 Treibe weiter quer zum Wind zurueck Richtung Bali. Die neuesten Wetterberichte sind reingekommen. Keine Rede mehr von Suedwinden. SW 15, dann Nord 10…

Nathalie schreibt: >>laut wetter-online sollte der Wind in den naechsten Stunden drehen und auf Sued gehen oder ganz abflauen und dann fuer mindestens 4 Tage so bleiben. Drueck Euch die Daumen…

Ach Schatz, wenn das doch wahr werden wuerde. Ich bin ziemlich am Ende, mein Ego ganz verdammt weit unten. Der Wijnd hat zwar abgenommen, aber die Welle aus den Squalls bleibt weiter stehen, legt die Lady immer wieder auf die Seite.

Na ja, ich hab mich entschieden die Nacht irgendwie rumzubekommen und dann morgen frueh je nach Wetterlage zu entscheiden, was zu tun ist. Kann ja auch nirgends mehr hin, offiziell, Crusing Permit ist ausgelaufen, habe international ausklariert. Ach Kacke, hoffentlich kann ich morgen wieder auf Kurs gehen.

NIN ist 5 Meilen vor mir, fuer den Vorsprung hat er 3 Stunden motort. Ich weiss auch nicht wo er die Kraft hernimmt. Nun, er ist ja von der Ecke schon mal nach Kumai zurueckgelaufen…

16:57 Von wegen Westwind 10 Knoten. Ein Squall gibt dem anderen die Hand, bis 25 Knoten und eine unangenehme See baut sich auf. Gerade mal 30 Meilen haben wir geschafft und das unter Einsatz von Material und Diesel. Vor einer Stunde hat es mir dann gereicht. Ich habe beigedreht. Mikel bolzt gegenan, aber ich, ne ich brauche das nicht… Die See hat sich unangenehm aufgebaut und der Bug der Lady knallt bei jeder Welle mit Kawumm darein. Nene. Bruch kann ich gar nicht gebrauchen. Also wackeln wir jetzt hier rum und warten auf weniger Welle, weniger Wind oder vielleicht sogar eine Winddrehung? Kann die Zeit ja zum Schlafen nutzen.

Da kommt Mikel gerade ueber VHF, will wohl auch bald beidrehen, scheint sogar ihm zu unangenehm zu werden.

Beim Schreiben meine ich der Wind laesst nach, aber ich glaube das ist nur Einbildung, weil man gewoehnt sich ja an alles. Ach Scheisse. Segeln ist doof. Manchmal jedenfalls.

So. Die Nacht werden wir wohl auf jeden Fall draussen bleiben. Zurueck kommt gar nicht in Frage, dass hiesse ja morgen wieder raus und die dreissig Meilen wieder aufmotoren. Da kommt wieder nen neuer Squall an, ruehrt ordentlich in der schon kochenden See. Wir werden es ueberleben…

07:54 Um 6:00 gings dann los. Anker hoch, was passiert, ein stechender Schmerz im Ruecken, eine falsche Bewegung. Ne Sofortbekaempfung via Yoga hilft anscheinend, ich glaub, so langsam hab ich’s raus. Vielleicht sollte ich in meinem zweiten Leben Chiropraktiker werden.

Johann (Daimler) stand gestern wieder im Zentrum meines Interesses. Seit Monaten nagelt der wie bloed und ich sitze immer wieder fragend davor, was er hat. Von Lagerschaden, Ventilproblemen bis Wellendrucklager, alles tausend mal durchgedacht. Die Loesung ist wie immer einfach. Der Indonesische Diesel ist zwar billig, aber nicht gerade so wie der westliche Standard. Im Diesel ist ein hoher Kerosinanteil, also weniger Oel und Selbstschmierung. Der Daimler findet das gar nicht gut und faengt an laut zu nageln. Ein Liter Zweitaktoel auf 400 Liter Diesel beseitigt das Problem, Johann laeuft jetzt wieder wie ne Naehmaschine, rund, leise und zufrieden. Ob der erhoehte Wasserverbrauch damit zu tun hatte? Wer weiss, im Moment ist alles gut und wir motorsegeln friedlich 100 Meter neben der NIN. In zwei Stunden heisst es Kursaenderung nach West fuer die naechsten 100 Meilen, da wo der Wind und die Welle herkommen. Bin ja mal gespannt ob das geht.

Himmel 4/8 bewoelkt, Stratus Cumulus, Cirrus, Barostand 1010. Das war jetzt fuer Poldy.




  • 07:54
  • 06.01.2005
  • 03°02.55S, 111°39.37E
  • Kumai Bay/Kalimantan/Indonesien
  • Singapore
  • 28,4°C
  • 2-3 W
  • 1,5

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