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Neid

20:27 “Hey, da geht Mister Wichtig!”, hoerte ich hinter mir jemanden von einer deutschen Yacht rufen. Es war schon heute Nachmittag. Jetzt am Abend muss ich darueber nachdenken, dass Wolfang von der Segelyacht HUGIN mir sagt: “Der Neid wurde in Deutschland erfunden und deshalb mag ich die Amis so gerne, weil die es einfach ruecksichtslos toll finden, wenn jemand etwas erreicht hat, was er gerne machen wollte” Gut, ich mag die Amis ja eigentlich nicht, aber die Franzosen mag ich auch nicht und habe inzwischen sehr nette Franzosen kennengelernt. Vorurteile abbauen, gehoert auch zum Fahrtensegeln.

Multikulti bums Fallera. Es ist nicht mein und auch nicht Natales Interesse mit dem Neid anderer Geschaefte zu machen. Es ist einfach eine Schweinearbeit, diese Internetseiten mit realem Leben zu fuellen und wir tun es, weil es uns Spass macht und jeder der diesen Traum hat, ein reales Bild von der Wirklichkeit des Fahrtensegelns vom Anfang bis zum Ende bekommen sollte.

Keiner weiss was noch passieren wird, keiner unserer Partner oder auch uns hat einen finanziellen Gewinn aus diesen Internetseiten. Diese Seiten zu machen ist sicherlich wie Segeln; unter der kalten Dusche stehen und Hundertmarkscheine zerreissen. Jeder, der das versteht wird unser Leben sicherlich gerne mitverfolgen, jeder der dies nicht versteht ist hier vielleicht einfach falsch connected.

16:28 Nachdem nun eigentlich alle notwendigen Arbeiten am Boot ausgefuehrt sind um auslaufen zu koennen, werde ich Morgen noch Lebensmittel bunkern (Seesack auf dem Ruecken, eine Meile laufen und mit vollem Seesack wieder zurueck) und dann asap mit Wind nach Las Palmas/Gran Canaria auslaufen um dort noch weitere Arbeiten am Boot auszufuehren. Zwischenzeitlich funktioniert nun auch unsere Satellitenkommunikation wieder, womit gewaehrleistet ist, dass auch von Unterwegs regelmaessig Logbucheintraege uebertragen werden koennen.

14:47 Es ist super, heisse Sonne, blue Sky und ich arbeite mich langsam durch das Rigg. Die Rollreffanlage von Reckmann ist wirklich super. Ein im Baum laufendes Schot musste ausgetauscht werden. Klar kein Problem, neues Shot mit dem alten verbinden, alte Shot rausziehen, neue Shot hinterherziehen. Hoert sich einfach an bis die Verbindung bricht. Dann geht nur noch: Baum ausbauen. Alleine! Baum hochstellen am Mast und neues Fuehrungsseil mit Blei einziehen. Baum wieder einbauen. Hoert sich einfach an, ist es aber nicht.

Das war es dann mit der Tagesplanung. Frank vom Boot gegenueber kommt, schaut mich mit Hundeblick an und eroeffnet mir seine Frage, ob ich Ihn nach Gran Tarajal abschleppen koennte. Boing, 20 Seemeilen gegen den Wind. Ich stelle mir vor in seiner Situation zu sein, wuerde ihm ja gerne helfen, aber entscheide mich hauptsaechlich dagegen, weil ich so etwas nicht ohne Besatzung, also Einhand machen moechte. Er versteht mich, aber etwas schlechtes Gewissen bei mir bleibt ueber.

Rollvorrichtung fuer Genua, Fock und Gross kontrolliert und gaengig gemacht. Leicht verbogene Seereeling korrigiert. Wanten neu eingestellt. Grossfall neu durchgesetzt. Baumniederholer gefettet und kontrolliert. Zusaetzlichen Violinblock in die nach Achtern fuehrende Rollreffanlage eingesetzt. Ein Splitter im Daumen, sonst keine Verletzungen.

So, das Rigg und die Segel sollten jetzt wieder zu meiner Zufriedenheit sein. Die Fahrtenseglerhaengematte hab ich seit Madeira noch nicht aus dem Schapp bekommen. Soweit zum Thema faul rumhaengen.

Nachtrag im Logbuch zum 21.01.2001: Öwechsel bei Motorstundenstand 1100. 150 Liter Diesel sind noch im Tank, Getriebeoel und Dieselfilter geprueft. Bilge im gesamten Schiff gesaeubert und kontrolliert. Da muss ich mal zwei Tage ran und freu mich schon riesig. Grins. Stopfbuchse und Fettdruckanlage sind in bestem Zustand. Ventilspiel des Diesels kontrolliert. Alles prima.

So ist das beim Fahrtensegeln. Gestern Abend dann hatte ich einfach Spass mir Gerd & Ruth von der SY Toikien. Es ist verdammt nochmal ganz schoen spaet geworden. Aber so ist das halt. Da kann man sich sympatisch finden, soviel man will. Die Wege trennen sich dann doch wieder, unaufhaltsam. Das ist eigentlich etwas sehr Trauriges bei einer Weltumsegelung.

Auf der Lady plane ich mit mir selber den Übersprung nach Gran Canaria. Leider habe ich noch einige Wartungsarbeiten am Rigg und Elektronik auszufuehren. Das kann natuerlich dauern. Warten wir es ab. Morro ist doch nicht ganz so haesslich, wie ich eigentlich dachte, die Versorgungsmoeglichkeiten sind gut.




  • 10:03
  • 22.01.2001
  • 28°03.03'N, 014°21.72'W
  • Morro Jable
  • Las Palmas
  • 22°C
  • 4 NE
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