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St. Pauli ist auch dabei

Es war irgendwie allen an Bord klar, dass nach der Ankunft auf den Bermudas etwas passieren wird. Nun. Christian hat es denn wohl selbst erkannt, dass die schräge Segelei nicht so ganz das ist, was in seine Mobilitätsportfolio passt. Ich habe ihn nicht gebeten das Schiff zu verlassen. Ich und alle anderen haben eindeutig gesagt, dass wir ihn mitnehmen wollen. Aber es wäre eben Mitnehmen und nicht Mitsegeln geworden. Und so fällt allen ein Stein vom Herzen und mir auch. Ausser, dass uns jetzt für den Törn nach Horta ein Crewmitglied fehlt. Ich habe eine Auswahl von Kandidaten, die schon mal erfolgreich auf der MARLIN mitgesegelt sind angeschrieben, ob sie Lust haben Hand gegen Koje einzusteigen. Ist ja nun ein prima Angebot. Wie zu erwarten haben die meisten allerdings so kurzfristig keine Zeit oder bekommen es nicht hin bis Montag hier zu sein. Nun. Wir segeln auch zu fünft. Darf ich halt alleine Wache machen. Grins.

Das ist Ralf. Ralf ist Motorradfahrer. Indian. Wem das was sagt, der wird wissen wie Ralf drauf ist. Gut halt. Ralf bekommt Geld, jeden Monat auf’s Konto ohne zu arbeiten. Also, das hat er hinter sich mit der Arbeiterei. Ralf ist Rentner. Ralf hatte auch mal nen eigenes Schiff und dementsprechend erwarte ich halt auch das Ralf alles weiß. Hat er schon bereut, dass er mir das mit dem eigenen Schiff erzählt hat. Grins. Alle finden Ralf toll. Ralf ist das gute Herz an Bord und bleibt immer ruhig. Fast immer. Wenn die MARLIN schnell mal nen Manöver braucht, dann wird er gern mal nen bisschen nervös. Hana meint, dass das am Alter liegt. Nicht negativ. Ist einfach so. Da komme ich ins Grübeln. Denn soviel älter als ich, ist Ralf garnicht. Bin ich auch schon alt? Klar bin ich alt. Aber zurück zu Ralf. Der kommt auch aussem Norden. Besser gesagt aus Hamburg. In Laboe stand er plötzlich vor der MARLIN. „Ich will mal mitsegeln.“ Jetzt ist er auf der MARLIN. Ralf kann f ast alles. Er kümmert sich viel um an Sachen auf’m Deck halt. Er kann steuern und wienern und vor allen Dingen guckt er nicht weg wenn er Arbeit sieht, sondern macht die wech. Toller Mitsegler. Bin froh ihn dabei zu haben.

Habe ich eigentlich geschrieben, dass mir beim Feiern in Cienfuegos mein iPhone geklaut wurde. Der Klassiker? Warum geht Wnuk wie ein Anfänger auch mit dem iPhone Party machen? Peinlich. Peinlich. Nun. Klar hab ich inzwischen ein neues. Aber in Cuba kann man das nicht installieren, denn Apple hat den Zugriff auf den AppStore aus Cuba sicher gesperrt. Auf den Bermudas angekommen gibt es endlich wieder Internet. Nach drei Monaten Cuba ist das wie Weihnachten. Der Nase nach scanne ich die Umgebung nach einem Hotspot und lande bei Geza Wolf. Geza gehört das WAHOO’s. Das ist das angesagteste Restaurant am Platz in St. George’s. Geza ist Schwabe und vor 38 Jahren nach Bermudas immigriert. Mit der ganzen CREW fliegen wir hier ein. Nicht nur wegen dem schnellsten Internet in St. George’s, sondern vor allen Dingen um noch mal ordentlich fremdzugehen, Essen zu gehen. Meine CREW lädt mich ein und bevor es wieder wochenlang nur Fisch gibt, manchmal kann ich keinen Fisch mehr sehen, vertilge ich ein riesiges Cowboy Steak. OHA! Vielen Dank noch mal an meine CREW. Ganz nebenbei ist mein MacBook wieder auf dem neuesten Stand. Mein iPhone voll funktionstüchtig und ich kann endlich wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Ich bin wieder bei What’s App zu erreichen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie das ohne ist für Wochen.

Dank Nathalies Vorbereitung findet unser demoliertes Jib Segel einen vorrangigen Platz bei Ocean Sails, dem ansässigen Segelmacher John. Der ist gar nicht so freundlich wie ansonsten eigentlich alle Bermudiander. Aber egal. Er holt das Segel ab und bei meinem Kontrollbesuch am Nachmittag ist es in Arbeit. Chef kümmert sich selbst um die Reparatur. Das wird nicht billig. Is klar. Er hat ja auch das Schiff gesehen. Und er weiß das wir los müssen. Nun. Ich arbeite ja auch nicht für lau. Alles gut John Du machst einen guten Job. Beim Abholen bringe ich ihm eine Flasche Havanna Club 7 Jahre mit als Anerkennung seiner Dienste und frage ihn ob er auf die Rechnung von 600 Dollar nicht noch 1000 Dollar draufschlagen will. Wäre doch viel zu billig. Nun. Ob er den norddeutschen Spaß verstanden hat, weiß ich nicht. Aber Dank des Rums wird er sich an mich erinnern, wenn ich mal wieder mit nem kaputten Segel einlaufe und genau deshalb will ich mir das mit ihm hier nicht versche rzen. Wichtiger Mann.

Verproviantieren auf den Bermudas ist nicht günstig. Nichts ist hier günstig. Wenn eine Küchenrolle 6,8 $US kostet? Was kostet dann eine Verproviantierung für 14 Tage Segeln für Fünf die mal sechs waren? Nun. Man macht so eine Atlantiküberquerung ja nicht jedes Jahr, wenn man nicht grade Wnuk heißt. Da spuckt meine CREW 45 ja nicht ins Glas. Am Samstag heißt es Großeinkauf und dann? Dann heißt es mal Abfahrt. Wir liegen vor Anker und mit uns bestimmt 25 andere. Im Hafen liegt noch eine Handvoll ARC Europe Segler, die sich das nicht ohne trauen. Die wollen am Montag los. Ich auch. Obwohl. Eigentlich will ich am Sonntag Kiten gehen. Is aber kein Kite-Wind. Also können wir auch am Sonntag los. Mal schauen wie das mit dem Verproviantieren klappt.




Blogkiert

Als der Anker direkt in der ersten Bucht hinterm Cabo San Vicente gefallen ist, habe ich die Blogkade zum ersten Mal gemerkt. Geht nicht. „Eh Alter – Isch kann nicht mehr.“ Irgendwas um die 4.400 Seemeilen liegen im Kielwasser der MARLIN seid Havanna. Die Verantwortung fällt von mir ab. Durchzählen. „Eins…FĂĽnf!“ Alle dabei. Prima. Keiner ist verloren gegangen. Ich lehne mich zurĂĽck und Hana drĂĽckt mir lachend ein Glas Vinho Verde in die Hand. „Wir haben Apero vorbereitet. Kommst Du?“ Es regnet. Es ist kalt. Es ist ungemĂĽtlich. Hallo Europa. Das ist aber keine schöne BegrĂĽĂźung. Ich bin mĂĽde. Nach dem Apero. Power Nep. Zum Schreiben fehlt mir jegliche Lust. Also lassen wir das einfach mal. Wie sagte Kristina von der YACHT mal in kalten englischen Kanal zu mir. „Das mit dem Stress zum Bloggen, dass ist hausgemacht.“ Sie hätte ja auch sagen können: Kannste Dir auch sparen. Liest doch eh keiner. Grins.

“…und dein Blog hat mich wirklich neben dem Surfen aufrecht gehalten in den letzten drei Jahren, die echt Scheisse waren mit dem…“, schreibt Nick. Der lebt in Sagres also ganz um die Ecke und der freut sich nen Ast ab, dass die MARLIN und ich um die Ecke kommen. „Nimmst Du mich mal mit? Bis Faro?“ Schon vor zwei Jahren mal war er mit seinem Sohn in Sagres an Bord und mir in guter Erinnerung. Also schon mal Bruder auf cubanisch. Oder Freund sagt man hier. Freunde zu haben ist wichtig. Am Abend gehen wir essen. Die Crew lädt den Skipper ein. Nach wochenlangen Kochservice an Bord gehört das sicher zu den guten Seiten beim Kojenchartern. CREW 46 spuckt da auch nicht ins Glas und Nick kommt auch mit: Im „Retiro do Pescador Restaurante“ erwartet uns Frühbucher, weil Helen muss immer um 19 Uhr Essen, eine nette portugiesische Bedienung und ich habe mir heimlich schon einen Spickzettel gemacht mit welchen Wortkombinationen ich Danke und Bitte sage und irgendwie auf portugiesisch kommuniziere. Ach ja! Der Kellner ist sehr nett! Und Schweizer. Was sonst! Was ein Zufall. Nicks neue Lebensabschnittsgefährtin Naomi, ist übrigends auch Schweizerin. Der hat er natürlich auch noch ein nettes Babino gemacht. Na. Kein Wunder, dass Nick gestresst ist. Der Fisch ist sehr lecker, der Wein auch und der Abend vergeht, wie gewohnt am Praia de Mareta, damit dass alle eine nasse Hose haben und einer ganz Baden geht. Das Anlanden mit der Beiboot in Sagres hat immer schon einen gewissen Reiz gehabt. Nicht Jan? Die Handys und wichtigen Sachen habe ich vorweißlich alle vorher eingesackt und in den gelben wasserdichten Sack getan.

Am nächsten Morgen geht die Crew einkaufen. Wieder hilft Nick, der ja dann auch mitkommt. Als Surfer kann er besser mit den Wellen umgehen und kommt direkt in Badehose an Bord. Nachdem der Kühlschrank wieder voll ist für die kommende Woche, geht es auch direkt los. Es ist kein Wind. Also 8 Knoten von hinten. Da fällt es nicht weiter auf, dass Erika immer noch im Koma liegt und Moses Funken sprüht. Das ich weder über den einen Umstand, noch über den anderen Umstand glücklich bin, weiß jeder der mich näher kennt. Ersatz ist unterwegs aus Deutschland und aus Trinidad. Nachdem ich Echotec, alias Michael B., ein Video des Funkenmonsters im Motorraum geschickt habe, meint der nur: „Ich schick Dir nen neuen Motor.“ Ich bin ja immer gerne einer, der die Ursache kennt. „Weiß ich auch nicht!“ Gut. War jetzt nicht die Antwort die mir da hilft. Mitten in der Nacht streune ich ich nicht, wolfsmäßig, durch die Gassen von Lagos, es ist Samstag, sondern durchs Internet und verliebe mich in einen Northern Light Generator, M673L3. Tja Erika. Jetzt wird es ernst. Mir reicht es echt mit den andauernden Reparaturen. Eine Chance bekommt sie noch. Dann mache ich Schluß.

So. Ich glaube ich habe meine Blockade ĂĽberwunden. Es ist Sonntag und eigentlich will ich mit der MARLIN in die Odiaxerre Lagune, aber meine Crew ist in Lagos und das ist ja auch gut, so kann ich wenigstens mal alleine zu Hause sein. Is ja auch echt flach ohne Ende in der Lagune. Eher was fĂĽr nen Cat oder Twinkieler. Aber da gibt es auch einen Kite Spot mit anderen Kitern. Wir schauen mal.




*Test*

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*Ruedi taucht aus der Versenkung auf*

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*Ruedi taucht aus der Versenkung auf*

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*Die Capitana beim WDR*

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Kurs Nord

Was sind schon Pläne

Familiäre Gründe haben mich, Nathalie, die Kinder und Lars zu einem Kurztrip nach Düsseldorf bewogen. Die Hintergründe sind zu ernst, zu privat, zu bedauernswert um hier Einzug zu halten. Heute sind wir zurück gekommen und haben die restliche Crew wohlerhalten wiedergefunden. Die MARLIN liegt im Schlick des Markermeers vor dem idylischen Ort Durgerdam friedlich vor Anker. Zweimeterzehn Tiefgang auf zweimeterzwanzig Wassertiefe. Da kann sie wenigstens nicht sinken und auch nicht abhauen. Die Holländer sind extrem nett und der Ankerplatz somit der Hit. Außerdem kostenlos. Mal abgesehen von den ansonsten recht hohen Lebenshaltungskosten in Holland.

Danke erst einmal für die vielen Glückwünsche zum Landfall, aber wir sind noch nicht fertig. Nicht meinen, dass wir jetzt aufhören zu bloggen und in der Versenkung des europäischen Alltags verschwinden. Solang die MARLIN von uns gesegelt und bewohnt wird, wird es auch diesen Blog geben. Ob in der gewohnten Regelmäßigkeit mit Abenteuern und Geschichten aus fernen Ländern, dass bleibt abzuwarten. Es gibt zu viele Eventualitäten in unserer nahen Zukunft um eine Aussage über die MARLIN zu machen. Sicher ist, es bleibt spannend.

Je nach Wetterlage geht es kurzfristig durchs Ijjselmeer wieder auf die Nordsee mit Ziel Flensburg. Na, ob wir das hinbekommen? Oder stecken bleiben?




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